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länger, höher, schneller

Salzkammergut Trophy 2013 – Zweiter Anlauf gescheitert.

War es Übermut oder einfach nur übertriebener Ehrgeiz? Vielleicht war es auch nur die offene Rechnung… jedenfalls fand ich mich nach Jahren wieder mit einer roten Startnummer in Bad Goisern im Startblock…Mit der genkbar schlechtesten, möglichen Vorbereitung und einem kleinen Crash im Vorfeld war die Aussicht auf Erfolg – also ein schwarzes Finishertrikot – nicht besonders rosig. Kurze Überlegung kneif ich, kneif ich nicht?

Na gut ich starte, Ziel ist klar: Heil ankommen! Die erste Überraschung, kein Zeltplatz vor Ort … also Lager in der Turnhalle oder Auto. Also im Auto pennen – irgendwann völlig durchgefroren aufgewacht, wieder eingeschlafen. Früh ging der Wecker und die Frage was anziehen? Kurzes Frühstück, Anziehen und zum Start rollen.

5:00 Startschuss und das Feld setzt träge in Bewegung und der erste Teil spult schon mal vor meinem geistigen Auge ab. Der erste Berg, läuft. Der erste Stau, klar wir stehen.

Dann lockert sich das Feld und die Beine kurbeln munter (?) vor sich hin. Langsam erste Gedanken über das Tagesziel. Die erste Labe ist erreicht, die Beine signalisieren erste Warnsignale, aber noch läuft es – zwar langsam aber es läuft. An meiner Sturzstelle bin ich dann mit gezogener Handbremse gefahren – der Kopf spielt nicht recht mit – ich werde alt. Dann ein Sturz direkt vor mir und das genau an der Labe an der letztes Mal Feierabend war. Ich hoffe er hat es irgendwie gut überstanden.

Bei Kilometer 90 ist klar, die Kapazität reicht nicht und das Gefühl vor zwei Jahren war deutlich besser. Also kurzfristige Ziele: das nächste Zeiltlimit oder besser das vorletzte?

In Gedanken bin ich langsam bei Henri Lesewitz: „solche Rampen… ich muss los das Zeitlimit, … “ Ortsdurchfahrt Bad Goisern Check! Vollgas um den Hallstädter und einige kassiert. Läuft doch – erste Hoffnung, vielleicht klappt es ja doch? Doch dann uops ein Extraschwenk – den hatte ich nicht in meiner Rechnung, aber naja – zäh, aber es läuft. Als nächste Herausforderung stand der Salzberg in der Landschaft und das Zeitlimit in Gosau fest im Blick. Den kenne ich von der 100er. Vereinzelt andere Fahrer, noch fahre ich gleichmäßig und passiere einige schiebend. Der Rücken macht sich bemerkbar – nanu? Kurze Überlegung: „Schiebe ich auch, damit ich oben fahren kann?“ – ich fahre. (Fast) oben dann die Ernüchterung kaum noch Zuschauer und eine vereinsamter Moderator, aber ich fahre! Bald müsste die nächste Labe kommen und dann ist es auch fast geschafft… aber eben nur fast: kurz vor der Spitze muss ich doch vom Rad – das Zeitlimit! 15 Minuten! Oben rauf aufs Rad und Vollgas – jedenfalls fast. Mittlerweile geht auch dem G5 meines Polars die Luft aus, mir schon lange… Am Gosauer See, die offene Frage, wo ist der Kontrollpunkt? Also Bergab und bis zur Labe am AP9 (km 180). Und die unmissverständliche Geste des Streckenpostens: Du bist zu spät! Kabelschneider, Nummer ab, runter von der Strecke und Gescheitert…

Mit dem Wissen – es wieder nicht geschafft zu haben, mit Vollgas auf der Straße Richtung Bad Goisern gerauscht – wo kommt denn jetzt die Kraft plötzlich her? Egal ich will nur noch unter die Dusche und eine freie Massageliege!

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