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länger, höher, schneller

Transalp Challenge 2012 – 5. Etappe

5. Etappe: Scoul – Livigno:

sportograf-30696127_lowresNachdem wir die letzte Nacht unter einem Baum entspannt an der frischen Luft geschlafen haben, ging es heute auf den „Genussteil“ in Form der landschaftlich schönsten Etappe der diesjährigen Transalp. Der Spruch des Tages stammt heute vom Rennleiter: „1000Hm sind geschenkte Höhenmeter“

Vom Start ging es als erstes durch enge Straßen raus und im Tal auf Asphalt angenehm, moderat bergan – quasi geschenkt 🙂 Zwischendrin stand ein Reise- oder Linienbus notgedrungen am Straßenrand und die Fahrgäste jubelten uns zu. Nach 5km eine kurze Abfahrt und sofort eine Schrecksekunde – was ist das für ein grausames Geräusch an meinem Bike? Die Bremse? Nein, mh. Was nun? Kein Effekt zu erkennen und mein Partner trotz meiner Rufe weg, also rauf aufs Rad und hinterher – immer darauf bedacht die Beine in Bewegung zu halten (da war das Geräusch weg) Zum Glück wartete Rico ein paar Kehren später – andere hatten ihn auf meine „Hilfe-„rufe aufmerksam gemacht.

In der technischeren Abfahrt vom Pass da Costainas wurde das beherrschen der Geräuschkulisse dann zum Balanceakt, irgendwie schien mein Freilauf seinem Namen nicht mehr gerecht werden zu wollen. Kurzer Halt bei herrlichem Wetter am Verpflegungspunkt Alp Champatsch und direkt in den nächsten anspruchsvolleren Anstieg hinein – immerhin konnte ich die Schiebenden umfahren, weiter oben kam es dann doch wieder zum Stopp und Go, man gewöhnt sich an einiges, aber daran? Die Aussicht entschädigte ein wenig.

Nachdem ich gestern noch meiner lieben Frau bestätigen konnte, das wir beide Sturzfrei und unverletzt seien, wurde mir heute eine kurze Unaufmerksamkeit zum Verhängnis: Wir fuhren/surften die Abfahrt vom Passo del Gallo direkt hinter einem Mixed Team bergab. Eigentlich hätte ich schneller gekonnt. Nach mehreren Ansätzen zu überholen – blieb ich in einer Kehre stehen und überlegte ob links oder rechts vorbei besser sei – die Überlegung dauerte wohl zu lange und so gab mein Vorderrad dem Schotter und ich der Schwerkraft nach. Dummerweise direkt auf mein frisch von der Mad East verheilten Knie, naja damit war immerhin das „Problem“ überholen ja/nein erledigt und ich wieder an die Gefahren unseres Ausfluges erinnert. Nun ging es erst einmal mit selbstbestimmter Geschwindigkeit bergab.

Zum Ponte Acqua del Gallo wurde der Weg breiter und schnell bildete sich hinter uns eine größere Gruppe, die unterwegs einige Fahrer aufsammelte. Doch bald begrüßte der kleine meinen Partner in Form eines Hungerastes, Gelpause – Trinken – weiter – kann nicht mehr weit sein, bis zum Verpflegungspunkt! Dort Speicher und Flaschen gefüllt und das Knie notdürftig gereinigt und mit Sprühpflaster verarztet und weiter ging es hinauf zum Passo Alpisella. Mit einer rasanten Abfahrt – von da an gab ich richtig Gas, das Ziel konnte nicht mehr weit sein – doch halt der Anstieg zum Tea dal Plan war noch gar nicht alles, jetzt ging es erst richtig los! In einem welligen Profil ging es am Berg entlang um Livigno herum. Neben arges Gefluche, für mich das Signal einfach mal den Mund zu halten.

Aber auch heute erreichten wir das Ziel heil und konnten zu unserer Erleichterung feststellen, das heute alles in einem Gebäude stattfindet… also das Genius zum Scott Service, mit der Bitte meinem Hinterrad besondere Aufmerksamkeit zu schenken und mit Ricos Rad zur Bike Wäsche.

Nach der Dusche bin ich dann auf Drängen meines Partners zum Sanistand. Als ich die andere Kundschaft dort sah, fühlte ich mich mit meinem Wehwehchen ein wenig fehl am Platz und stellte mir die Frage, was ich eigentlich hier will/soll. Brav liess meine Schürfwunde desinfizieren und verbinden. Das Pflaster für die Nacht war jedenfalls eine gute Idee für meinen geschundenen Schlafsack.

Vor der Pastaparty haben wir uns dann zu viert und zu Fuß (ja, wirklich und freiwillig) auf die Suche nach einer Gelateria gemacht. Allerdings war das empfohlene Restaurant eher ein Fehlgriff, jedenfalls der Eisbecher mit Erdbeeren.sportograf-30740384_lowres

Etappe: 69,56km 2531Hm

Zeit: 5:48.08,1

Platz: 168 / Gesamt: 175 (+3)

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