Mein erstes Mal auf A – oder laufen ist doof.
Lange Zeit war es ein Traum in Bad Goisern die A-Strecke in Angriff zu nehmen. Der erste Teil ist soweit erfüllt… ABER
Lange Zeit behielt mein innerer Schweinehund die Oberhand und ich traute mir Extremdistanz nicht zu. Auch dieses Jahr gab es heftige Diskussionen zwischen ihm und dem Kampfschwein in mir. Bestärkt wurde der Schweinehund durch meinen diesjährigen Ausfall im Juni beim Malevilcup und der Mad East Challenge. Das Kampfschwein führte das mehr an Trainingsumfang an und lobte ein XTR Schaltwerk aus. Im Gegenzug wollte der innere Schweinehund nicht mal mehr die B-Strecke in Angriff nehmen und gar nicht erst losfahren.
Das Kampfschwein gewann den Kampf um den Startplatz. Doch der Schweinehund täuschte eine Anmeldung vor und so war die erste Enttäuschung das Fehlen meines Namens auf der Startliste und eine geschlossene Anmeldung. Das war ein böses Foul und konnte so nicht hingenommen werden, also kurze Mail an den Veranstalter und der Name war da wo ich ihn suchte. In Bad Goisern musste ich dann feststellen, das meine Kreditkartenbezahlung nicht angekommen war und durfte die Startgebühr vor Ort (noch einmal?) in Bar bezahlen.
Doch dann war alles geklärt und noch schnell den Hinterradreifen gewechselt, da Herr Norbert einen Riss aufwies und so fand ich mich erstaunlich munter 4:45 im Startgelände in Bad Goisern wieder. Das Wetter versprach – trotz des nächtlichen Regenschauers – gut zu werden.
Pünktlich 5:00 fiel der Startschuss und der Kampf gegen die Uhr begann. Glücklicherweise klärte sich auch die Frage nach dem Licht fürs erste – es wurde heller. Wie gehabt ging es recht schnell bergan – aber den Fehler sofort anaerob zu fahren, macht man(n) vermutlich nur einmal.
Verrückt fand ich die Leute, die so früh schon auf den Beinen waren um uns anzufeuern – aber das beruht sicher auf Gegenseitigkeit. Der erste Anstieg war gemeistert und die Reifen surrten vor sich hin. Aufgrund des Regengusses entschieden sich einige Mitfahrer im Trail zu schieben, sodass ich gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen konnte…
Unterwegs unterhielt mich kurz der eine oder andere, der nette Herr aus Österreich der mich auf die Abfahrt am Lift hinwies möge mir verzeihen, dass ich so wortkarg war, das lag nicht an der Puste sondern am Verstehen… allerdings bekam der am Vorderrad tätige Herr Norbert nach dem besagten “Downhill” auf dem Skihang Probleme – ihm ging die Luft lautstark aus. Bis zum Servicepunkt fuhr ich dann etwas behutsamer. Nachdem beide Reifen geprüft und ordentlich unter Druck gesetzt wurden, ging die Hatz weiter.
Jetzt wurde die Strecke kurz voll, da es nun mit den B-Fahrern gemeinsam in Angriff genommen wurde. Nach der Streckenteilung ging es wieder in einem feinen aber glitschigen Trail bergab. Das ganz erschien mir aber fahrbar nur überholen war nicht möglich, also runter vom Rad und zu Fuß weiter. Mit meinen ollen Sidi Ballettschuhen passierte es dann – ich rutschte aus und fiel hin. Kurzer Schmerz, gequält weiter gelaufen, Blick aufs Bein – blutet…Kratzer - rauf aufs Rad und weiter. Irgendwann stellte ich fest, das es etwas stärker blutet. Also am nächsten Servicepunkt oder an der Labe nach Pflaster fragen… In Perneck waren die Helfer dann etwas schockiert und auch ich musste mich beim Ausspülen der Wunde setzen. Also Ambulanz gerufen und warten und sinnieren was wäre wenn – lassen sie mich weiterfahren?
Im Krankenhaus nahm die Illusion dann langsam mit Zunahme des Schmerzes ab. Der Arzt meinte beim Nähen dann auch nachdrücklich das es vorerst nix mit Radfahren wäre (gerade sehe ich das ähnlich). Erschrocken, war bin ich über den Anteil der Fahrer in der Unfallaufnahme, die – im Gegensatz zu mir – ohne eigenes Dazutun dort hinkamen. An dieser Stelle gute Besserung von mir.
Negativ fiel mir auch auf, das der Transport vom Krankenhaus zurück nach Bad Goisern nicht gesichert war. Wir waren 3 Biker(innen), die zufällig kein Kleingeld für das Taxi im Rennen bei sich führten, aber das ist sicherlich nicht repräsentativ. Ein weiterer Wermutstropfen fiel mir nach dem Abholen meines Bikes in Bad Goisern auf – einer meiner Bremshebel war ausgehebelt
Auf der Heimfahrt verlangte mein Bein dann regelmäßig nach einem Automatikfahrzeug – mal sehen, was meine Krankenkasse davon hält.
Nun muss ich (vorerst) weiter mit der Ungewissheit leben, ob ich die Extremdistanz bewältige, ob das mit einer Aufgabe oder einem Überschreiten des Zeitlimits gleichzusetzen ist, weiß ich nicht genau. Das Gute an der Geschichte ist, dass meine Tetanusimpfung nun wieder aktuell ist. Bleibt mir nur zu hoffen, das die Naht gut verheilt und ich bald wieder auf dem Rad sitzen kann und es Ende August besser läuft. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt – ich fühlte mich echt gut – bis ich in den Krankenwagen stieg.
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Macht Spaß beim Lesen! So lang nix weiter passiert, lache ich auch mit! Jetzt hat die Familie wohl Urlaub ohne Rad. Dabei habe ich heute die erste Strecke im Hinterland zum See herausgefunden (5km)!